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Das Urteil

Ein junger Kaufmann aus Kayseri in Anatolien mußte nach Konia reisen. Sein Geld aber wollte er weder mitnehmen noch in seinem Hause aufbewahren. Er bat den Goldschmied, den Schatz in Obhut zu nehmen. Die beiden gingen vor die Stadt zu einem alleinstehenden Nußbaum, und dort händigte der junge Mann das Geld aus.

Als der Kaufmann zurückkehrte, leugnete der Goldschmied den Empfang des Geldes, und man begab sich zum Kadi. Ob er Zeugen für die Übergabe des Geldes habe, fragte der Richter. „Keinen“, antwortete der Kaufmann. Wo er das Geld übergeben habe? „Draußen im Feld, unter einem Nußbaum.“ „Nun“, sprach der Richter, „da haben wir ja einen Zeugen. Gehe hinaus und sage dem Baum, er solle zu mir kommen!“ Der Kaufmann glaubte, der Kadi wolle ihn verhöhnen.

Der Richter aber bestand auf seiner Forderung, und so machte sich der junge Mann kopfschüttelnd auf den Weg. Nach einer halben Stunde fragte der Richter den Goldschmied, wann der Kaufmann zurückkommen werde. „Eine Stunde wird es noch dauern.“ Zur angegebenen Zeit kam der Kaufmann betrübt zurück:

Er habe dem Baum die Aufforderung des Richters überbracht, aber der rühre sich nicht von der Stelle. „Er war hier“, erwiderte der Kadi, „und hat ausgesagt. Du bist im Recht.“

-Aus der Türkei-